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Okulare für den 200/1200 Newton bzw. Dobson 8“ f/6

Mittlerweile ist der 200/1200 Newton in Dobson-Bauweise eines der verbreitetsten Teleskope, das auch vom langfristig denkenden Einsteiger gern erworben wird. Dementsprechend häufig wird die Frage gestellt, welche Okulare benötigt werden. Die Auswahl ist groß, und es gibt viele sinnvolle Ausstattungen. Einige solche Möglichkeiten möchte ich hier vorstellen und beschreiben, wie sie unter verschiedenen Gesichtspunkten den Vorstellungen für den Einstieg und längerfristige Nutzung gerecht werden.
Es ist fast unmöglich, solche Vorschläge ohne konkrete Nennung von Marken zu machen. Um aber dennoch für eine gewisse Neutralität zu sorgen, werden zu bestimmten Produkten auch mögliche Alternativen benannt. Natürlich sind die Okulare der jeweiligen Paletten austauschbar und der Markt bietet eine Vielzahl an Alternativen, die je nach Geschmack auch interessanter sein können, als die hier genannten. Eine für den Kunden negative Tendenz des heutigen Marktes ist jedoch die Vermarktung identischer Okulardesigns unter zahlreichen Labels, wobei zur Vortäuschung einer nicht gegebenen Produktvielfalt sogar Gehäuseabwandlungen vorkommen um Baugleichheiten zu verschleiern. 
Relativ neu am Markt sind neben weiteren Okularserien um 82° vor allem die zahlreichen 100° Okulare von Televue und Explore Scientific, sowie auch daraus hervorgegangene Abwandlungen ostasiatischer Hersteller. Hier ist Vorsicht geboten, weil einige Konstruktionen sich im Erfolg anderer 100° Okulare sonnen, aber deren Performance nicht erreichen.
Zu vielen Okularen sind ausführlichere Berichte auf dieser Homepage verlinkt. Der Artikel berücksichtigt den Markt Anfang 2016 ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Folgende Zusammenhänge sollten vor der Lektüre klar sein:
Die Vergrößerung ergibt sich als Ergebnis der Teleskopbrennweite geteilt durch die Okularbrennweite. Ein 10mm Okular hat also bei 1200mm Teleskopbrennweite 120-fache Vergrößerung. Die
AP (Austrittspupille) ist ein Maß für die Bildhelligkeit. Die maximale Bildhelligkeit wird bestimmt durch die größtmögliche Irisöffnung des menschlichen Auges. Beim Erwachsenen kann man von 7mm ausgehen. Bei 0,5mm AP ist das Bild bereits sehr dunkel und nur die hellsten Objekte sind noch beobachtbar. Die AP ergibt sich direkt aus der Vergrößerung, und zwar indem man die Teleskopöffnung (200mm) durch die Vergrößerung teilt . Bei 100-facher Vergrößerung hat unser 200/1200 Newton also eine AP von 2mm.
Es lohnt weiterhin, sich über
2” Okulare allgemein und über den Begriff Weitwinkel zu informieren.
 

Im Folgenden werden sechs Okularpaletten mit unterschiedlichen Zielsetzungen vorgestellt. Darauf folgen noch Hinweise zu weiterem Zubehör abseits des normalen Lieferumfangs.
Ganz besonders wichtig ist, dass diese Okularpaletten nur Vorschläge sein können. Je nach Geschmack, Beobachtungsgewohnheiten und allen anderen Begebenheiten kann man auch eine ganz andere Okularzusammenstellung als persönliches Ideal haben. Wer die perfekte Zusammenstellung will, der kommt nicht umhin, selbst am eigenen Gerät (oder an einem baugleichen Teleskop) die unterschiedlichen Okulare, die ihm interessant erscheinen, kennenzulernen. Eine gemeinsame Beobachtung mit anderen Sternfreunden oder ein Teleskoptreffen sind die richtigen Gelegenheiten dazu. Nun aber konkret zu den Okularen...

 

Palette 1:
Auf den Preis geschaut...

Die erste Okularpalette soll der Situation gerecht werden, für möglichst wenig Geld eine Aufstellung zu finden, mit der wingstens der mögliche Vergrößerungsbereich des Teleskops zugänglich wird. Da diese Okulare auf lange Sicht wahrscheinlich durch bessere Okulare ersetzt werden, die dann auch neuen Ansprüchen oder besonderen Beobachtungsobjekten gerecht werden könnten, kann man gewisse Schwächen in Kauf nehmen. Vielleicht fällt auf, dass die üblicherweise beigelegten Okulare selbst in dieser Palette nicht auftauchen. Man sollte also gleich bei der Bestellung diese Okulare austauschen lassen.

1. 2“ Weitwinkel-Aufsuchokular 30mm bis 40mm
Ein solches Okular zeigt einen deutlich größeren Himmelsausschnitt, als mit 1,25” Okularen erreicht werden kann und ermöglicht so auch einen besseren Überblick bei der Beobachtung großer Objekte. Zu nennen sind hier die Plejaden, der Doppelsternhaufen H & Chi sowie die Andromedagalaxie (bei dunklem Himmel). In Frage kommen 2“ Okulare unter 100 Euro, bekannte Vertreter sind TS-WA, SWAN
7, GSO Superview1, Vixen SV1, ICS Galaxy Super View1, Meade QX und BW Ultrwide2 bzw. Moonfish2
Brennweiten über 35mm kommen nur unter dunklem Himmel weit außerhalb einer Stadt und in Nächten ohne Mondschein in Frage. Wer aus der Stadt heraus oder in Stadtnähe beobachtet, sollte seine Wahl im Bereich unter 35mm treffen.

Optional: 32mm Plössl, taiwanesische Fertigung, 50° scheinbares Gesichtsfeld. AP 5,3mm
Dieses Okular im Steckmaß 31,8mm (1,25“) dient fast nur zum Aufsuchen der Objekte. Das Bild im Okular ist recht hell, so dass Streulicht den Himmelshintergrund sichtbar aufhellt und das Auffinden von schwachen Objekten erschwert oder gar unmöglich macht. Der sichtbare Himmelsausschnitt ist allerdings für viele große Objekte zu klein.

2. Seben/Bresser/Skywatcher Zoomokular 8-24mm6
Ein solches Okular deckt einen großen Brennweitenbereich sehr preisgünstig ab. Man kann so je nach Objekt herausfinden, welche Brennweite man am liebsten verwendet, so dass man sehr gut erkennt, welche Okularbrennweiten man später zukaufen möchte. 8mm ergeben mit 150-fach bereits eine gute Vergrößerung zur Planetenbeobachtung. Zwischen 10mm und 24mm wird man mit der Beobachtung schwächerer Nebel erfolgreich sein.

3. 6mm Okular Skywatcher Ultrawide, TS-SWM5
200-fache Vergrößerung zur Beobachtung von Planeten, Monddetails und Sternhaufen, sowie hellen und kleinen Deepsky-Objekten (helle planetarische Nebel). Der Okulartyp ist mit 66° scheinbarem Gesichtsfeld ein Weitwinkelokular, gut 12mm Augenabstand sorgen für einen bequemen Einblick.
Alternativen:
-
TS Planetary HR4 bzw. TMB/Burgess mit 6mm oder 5mm

- ED Okulare8 sind eine Alternative mit kleinerem Gesichtsfeld aber besserem Augenabstand. Das schwierige Einblickverhalten fällt vor allem bei Tage oder bei der Mondbeobachtung auf. Das für den f/6-Dobson grenzwertige 3,8mm ist durch eine Fehlkonstruktion kritisch zu sehen aber bastlerisch nachzubessern.

Optional: Eine 2x Barlow eröffnet dem Zoom-Okular auf günstige Weise den höchsten Vergrößerungsberich (effektiv 4mm-12mm).

 

 

Palette 2:
Brillenträger, günstig

Eine Brille am Teleskop tragen muss, wer auf dem Beobachtungsauge eine Hornhautverkrümmung hat. Im Brillenpass ist „Zylinder“ oder Astigmatismus eingetragen. Bei schwacher Ausprägung wird die Brille nur bei großer AP (also niedriger Vergrößerung) benötigt. Je stärker der Sehfehler ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass man die Brille selbst bei 200-fach und mehr benötigt.
Brillenträgerfreundliche Okulare sind solche mit mindestens 18mm Augenabstand. Je nach „persönlicher Leidensfähigkeit“ und Brillen- und Gesichtsform können auch 13mm reichen.

1. Übersichtsokular 2“
Die meisten Okular langer Brennweite bereiten mit Brille keine Probleme. Hier kann der Geldbeutel entscheiden. Günstige Okulare wären die in Palette 1 genannten.

2. 21mm oder 22mm
Zur Beobachtung von Nebeln bei etwa 3mm AP eignen sich insbesondere
Hyperion3 und Stratus3 Weitwinkel. Soll auf ausgiebige Deepsky-Beobachtungen und/oder Weitwinkel verzichtet werden, so kommen auch ED-Okulare8 von Seben, AOM, Soligor, etc. in Frage. Eine weitere Spielart, die vor allem durch schickes Aussehen des Okulargehäuses glänzt, sind die LE-Reihen, die zunächst unter diversen Labels auftraten, nun aber scheinbar auf Druck eines Importeurs auf eine Marke reduziert sind.

3. 13mm
Hier kommen dieselben Serien und Marken wie bei 21mm in Frage. 
Die Vergrößerung ist für Deepsky-Objekte interessant, und um den Mond gerade eben noch vollständig zu überblicken. (Mit den ED-Okularen schwierig.)

4. ca. 8mm
Neben den ED Okularen kommen hier
TS Planetary bzw. TMB/Burgess in Frage. Weitwinkliger sind Hyperion3 bzw. Stratus3.
Kleinere Deepsky-Objekte, insbesondere Kugelsternhaufen und Planetarische Nebel kommen bei 150-fach gut zur Geltung. Außerdem zeigen sich bereits viele Planetendetails.

5. 5mm
Die Möglichkeiten decken sich mit denen bei 8mm. Es bieten sich bessere Möglichkeiten zur Planetenbeobachtung, nur sehr wenige Deepsky-Objekte sind hell genug, zum Beispiel fast sternförmige planetarische Nebel wie der Eskimo-Nebel.

Optional: 4mm
Um maximale Vergrößerung bei der Planetenbeobachtung zu erzielen kommt ein 4mm in Frage, günstig und brillenträgertauglich als
TS Planetary HR oder TMB/Burgess.

Alternative: Zoom 8-24mm
Die Positionen 2 bis 4 können auch sehr günstig durch ein brillentaugliches Zoom-Okular ersetzt werden. In Frage kommen sollte das
Seben Zoom 8-24mm (oder baugleiche von z.B. Skywatcher, Bresser) oder das Hyperion-Zoom.

 

Palette 3:
Brillenträger, hochwertig

Die Brennweiten sind hier ähnlich gestaffelt, es werden aber hochwertigere Okulartypen vorgeschlagen. Generell hat sich in den letzten Jahren hier die Marktsituation bezüglich hochwertiger Okulare verbessert. Man findet aktuell:

Vixen LVW
Für viele Sternfreunde der Klassiker eines Okulars für Brillenträger. Besonders bei großem Öffnungsverhältnis setzt es sich von den Pentax XL und XW ab. Sie bieten angenehme 65° und sind deutlich hochwertiger als z.B. Hyperion oder Stratus. Bei längeren Brennweiten ist die Randabbildung spürbar besser. Die LVW werden wohl gerade durch die neu erschienenen Vixen SSW mit 83° Feld abgelöst.

Pentax XL und XW
Bereits die Pentax XL sind sehr gute Okulare, die bis hin zu f/6 sehr gute Ergebnisse bringen. Bei f/4 ziehe ich in der Summer der Eigenschaften eher die LVW vor. Die Pentax XW wurden nochmals verbessert und bieten vor allem 70° scheinbares Gesichtsfeld. Die Qualität der Abbildung ist mindestens den XL ebenbürtig, oder noch ein klein wenig besser. Die XL sind nur noch gebraucht erhältlich.

Nagler Typ 4
82° und 20mm Augenabstand waren Top-Werte, bis Explore Scientific die 92° Serie heraus brachte. Der Augenabstand ist etwas geringer als 20mm.

Delos und DeLite
Beide Okularserien wurden von Televue speziell mit ca. 20mm Augenabstand für Brillenträger entworfen. Delos Okulare bieten 72° Feld. Die DeLite Okulare sind vor allem etwas leichter und bieten mit 62° etwas weniger scheinbares Gesichtsfeld.

Explore Scientific 92° LER Serie
Anfang 2016 erschienen, ist nochmals mehr scheinbares Gesichtsfeld auch mit Brille überblickbar. Zunächst gibt es nur 17mm und 12mm.

1. Übersichtsokular 2“
Hier kommt man mit den oben genannten Serien nicht allein aus. Genannt sei das TeleVue 35mm Panoptic. Das 35mm ist bei Streulicht von der Bildhelligkeit her grenzwertig, wenn es nicht zur Nebelbeobachtung zusammen mit einem 2“ UHC oder OIII-Filter eingesetzt wird. Auch das 31mm Nagler kommt in Frage, wobei anstelle der Brille der Asti-Korrekter “Dioptrix” verwendet werden kann, wenn der Einblick je nach Brillenform zu unbequem ist.
Mit 40mm Brennweite findet man das Meade SWA Serie 5000, was baugleich auch als “Maxvision” von Explore Scientific bzw. Bresser vertrieben wird. Das Okular ist durchaus mit Brille nutzbar und durch die große Gummiauflage ist es kein Problem, dass die Brille etwas aufgedrückt werden muss.

2. 22mm
Das LVW ist hier eine sehr beliebte Wahl. Das Nagler Typ 4 ist ebenfalls beliebt. Das Pentax XL fällt am Rand etwas ab bezüglich der Schärfe, hat aber leichte Vorteile bezüglich der Schwärzung.

2a. Zwischengröße 17mm
Dieser Vergrößerungsbereich findet auch häufig Verwendung. Es kann sich lohnen, darüber nachzudenken, je nachdem wie man die benachbarten Brennweiten bestückt hat.

3. 12mm, 8mm und 5mm
Hier ist die Auswahl am größten Einige Okulare benötigen schon bei dieser Brennweite 2” (50,8mm) Einsteckdurchmesser. Die Vergrößerung ist für viele Deepsky-Objekte ideal bezüglich der Kombination aus Abdunklung des Himmelshintergrunds, Objekthelligkeit und Vergrößerung.

Optional : TS Planetary HR 4mm, aber auch 4mm Radian
Auch bei diesen Typen steht der bequeme Einblick und der brillenfreundliche Augenabstand zur Verfügung. Interessant ist die Möglichkeit, diese Okulare mit Hilfe eines Astrozoom-Zoomsets zu Schiebe-Zoom-Okularen umzufunktionieren. Der Einsatz eines 7mm oder 8mm Planetary führt zu einem interessanten Zoombereich von der fast unveränderten Originalbrennweite bis herab auf 4mm oder sogar weniger.

 

Palette 4:
Höherwertiges Allround-Setup

Eine Okularpalette, die auf lange Jahre Spaß macht, ohne drastisch hohe Ausgaben nötig zu machen.

1. 2“ Übersichtsokular:
Hier kommen wieder Übersichtsokulare aus dem Preisbereich unter 150 Euro in Frage, wie sie unter 1 genannt werden. Wer mehr will, kann auf ein 35mm oder 27mm Panoptic setzen, oder auch auf ein UWAN 28mm. Ebenso kommt ein 30mm Meade UWA Serie 5000 oder
Varianten von Teleskopwerkstatt, Explore Scientific und anderen Labels in Frage. Spitzenokular, allerdings auch beim Preis: 31mm Nagler.

2. 22mm LVW 22
Preis-Leistungssieger in diesem Bereich, komfortabel, weitwinklig, hochwertig.  Beliebt sind auch die 82° Okulare von Explore Scientific.

3. Speers Waler 13,4mm
Günstiges Ultraweitwinkel, Alternative mit bequemem Augenabstand: LVW 13mm Alternativ kann ein UWAN 16mm betrachtet werden oder, falls gebraucht erhältlich, die Kombination eines 20mm Widescan mit einer guten Barlow und ggf. im Zoomset.

4. Speers Waler Zoom 5mm-8mm
Deckt den Hochvergrößerungsbereich sehr gut ab und macht auch am Planeten eine gute Figur, Abbildung wie bei einem Okular mit fester Brennweite.
Alternativen:
- TS-Planetary HR, Hyperion/Stratus im selben Brennweitenbereich.
- Kombinationen des Astrozoom Zoomsets z.B. mit UWAN-Ultrweitwinkeln oder Planetary-Okularen

5. Planeten-Hochvergrößerung
4mm
TS-Planetary HR4

 

Palette 5:
Planetenbeobachtung, hochwertig

Planetenbeobachtung ist besonders individuell unterschiedlich. Vorschläge sind hier immer zu überprüfen. Diese Palette nimmt keine Rücksicht auf einen bequemen Augenabstand, wer damit also Schwierigkeiten hat, sollte entsprechende Alternativen für die Okularbrennweiten unter 10mm suchen.

1. Aufsuchokular 26mm oder 32mm, bzw. beliebig
Dient nur zum Aufsuchen. Gegebenenfalls sind die recht kontrastreichen Lacerta Symmetrical Plössls mit 30mm oder 40mm Brennweite interessant.

2. Mond im Überblick
12mm bis 14mm Weitwinkel, z.B. 14mm Pentax XW, 13mm LVW, Speers Waler 13,4mm aber auch z.B. 15mm Eudiascopic.

3. 7mm-8mm, 150-fach bis 170-fach, 1. Detailstufe
Baader Genuine Ortho oder TMB Mono. Die Baader Genuine Orthos entstammen der Produktion von Kokusai Kohki. Von diesem Hersteller findet man sehr ähnliche Okulare unter dem Namen “Fujiyama Ortho”. Aber auch als Kasai Hc oder University Hd kann man diese Okulare finden. Wichtig ist es, die Variante mit einer Multivergütung auf allen Glas/Luftflächen zu erhalten. Man erkennt sie an ausschließlich grünen und roten Reflexen, während die Classic-Reihe mit blauen und grünen Reflexen etwas abfällt.
Neu von Baader sind die Classic Orthos. Da sie am Bildrand etwas Verzeichnung aufweisen (was nicht gleichbedeutend mit Unschärfe ist), kann “Ortho” nur als Marketingbezeichnung verstanden werden. Den Okularen wird eine gute Leistung bescheinigt.

4. 5mm-6mm, 200-fach bis 240-fach , 2. Detailstufe
Fuiiyama Ortho (und vergleichbare, s.o.) oder TMB Mono, Pentax XO oder ähnliche. Das kleine Gesichtsfeld des Mono wird spätestens ab dieser Vergrößerung am Dobson problematisch. Auch Baader Classic Orthos kommen in Frage.

5. Hochvergrößerung 4mm, 300-fach
TMB Monocentric oder eine
Barlow-Kombination mit Effektiv 4mm Brennweite, z.B. TeleVue 3x und 12mm RKE, 12mm Mono oder 12,5mm Fujiyama. Am Newton haben sich hier komakompensierende Barlows bewährt. Die GD-Barlow von APM ist aktuell am besten zu beschaffen.

Alternativ für 3. und 4. und 5. kann eine qualitativ hochwertige Barlow mit einem  der oben genannten Okulare kombiniert werden. Durch den Einsatz eines Zoom-Sets kann dem leichten Kontrastverlust durch die zusätzlichen Linsen eine invdividuell optimale Vergrößerung als Gewinn gegenübergestellt werden. Die Verwendung einer Barlow verbessert auch das Einblickverhalten ansonsten kritischer Okulare. Im Gegenzug kann jedoch der veränderte Strahlengang im Okular zu Vignettierungsproblemen führen. Die Verbesserung des Augenabstandes geht dabei zwangsläufig mit der Wahrscheinlichkeit solcher Vignettierungseffekte einher.

Optional: Nagler Zoom 3mm-6mm
Sehr teures Okular, das trotzdem von vielen Planetenbeobachtern geschätzt wird. Es reicht vom Kontrast her dennoch nicht an Lösungen wie TMB Monocentric oder Genuine Ortho heran, erreicht aber das Niveau der sogenannten Kasai Classic Orthos. Bei höchster Vergrößerung kann die optimal einstellbare Vergrößerung je nach Objekt und Wetter ein größerer Vorteil sein, als Top-Performance auf der falschen Brennweite.

 

Palette 6:
Deepsky-Beobachtung, hochwertig und weitwinklig

1. 2“ Übersichtsokular
Unter dunklem Himmel oder mit Nebelfilter kommt ein 41mm Panoptic in Frage, sowie ein Pentax XW 40. Etwas moderater das 35mm Panoptic.
Unter aufgehelltem Himmel und ggf. ohne Nebelfilter ist das Explore Scientific 25mm aus der 100° Serie sinnvoll.  31mm Nagler sowie auch das 26mm Nagler sind hier seit einigen Jahren nicht mehr Spitzenreiter.

2. 1,25“ Übersichtsokular
Hier kommen wieder 22mm LVW, 21mm Pentax XL, 20mm Pentax XW in Frage.
Alternative in 2“: 100° Ultraweitwinkel: Televue Ethos 21mm oder Explore Scientific 20mm.

3. 12mm Explore Scientific 92° LER, 13mm Nagler, 13mm Ethos oder 14mm Explore Scientific
Ultraweitwinkel zur Deepsky-Beobachtung.

5. 100° Okulare der Reihen Ethos und Explore Scientific, teils mit 110° und 120°
Alternativ
Speers Waler Zoom 5mm-8mm
Deckt den Hochvergrößerungsbereich ultraweitwinklig ab, und hat dabei die Abbildungsqualität eines Okulars mit Festbrennweite.

Optional: 100° Okular als Lückenschluss zwischen 13mm und 22mm bzw. 26mm, je nach Auswahl der 2“ Okulare.

 

Zubehör:

Leuchtpunkt- oder Telradsucher
Das Finden von Objekten ist nicht nur ein Erfolgserlebnis, sondern die wichtigste Voraussetzung für den Beobachtungserfolg. Dementsprechend sollte man sich gut überlegen, welches Sucher-Prinzip man einsetzt. Ein optischer Sucher sollte wenigstens ein 6x30 sein, ein 8x50 zeigt natürlich mehr, kann aber auch durch die vielen erkennbaren Sterne die Suche erschweren. Bei Winkelsuchern gilt es, aufzupassen. Es gibt sie mit seitenrichtigem Bild (Text ist lesbar), oder mit einfachem Umlenkspiegel (Schrift ist Spiegelverkehrt). Für den Abgleich mit der Karte ist immer die Variante mit richtig orientiertem Bild besser.
Wer mit Bildumkehr und bzw. oder dem seitlichen Einblick beim Winkelsucher nicht zurecht kommt, kann den
Leuchtpunktsucher einsetzen. Eine Alternative dazu ist auch ein Telrad-Sucher oder Rigel-Quickfinder. Diese zeigen Orientierungsringe am Himmel. Man kann aber auch gut mit dem einfachen Leuchtpunkt auskommen. Eine Doppel-Sucherhalterung erlaubt es, beide Systeme zu kombinieren.

Nebelfilter
Ein OIII-Filter ist sehr nützlich zur Beobachtung von Emissionsnebeln, nicht nur wenn Stadtlicht oder Mondschein die Beobachtung stören. Wer ein 2“ Übersichtsokular hat, sollte auch den Filter in 2“ kaufen. Normalerweise lässt sich der Filter auch in den 2“ auf 1,25“ Adapter des Teleskops einschrauben, so dass er an allen Okularen verwendet werden kann.
Emissionsnebel sind die meisten diffusen Nebel (H2-Regionen), planetarische Nebel, Supernova-Überreste und die Nebel um Wolf-Rayet-Sterne. Keine Wirkung zeigt der Filter für Galaxien und Sternhaufen, denn das Sternenlicht wird abgeschwächt.

Graufilter
Bei schlechtem Seeing (Luftunruhe) können höhere Vergrößerungen für die Planeten und den Mond nicht mehr genutzt werden. Ist dann das Bild blendend hell, so schafft ein Graufilter Abhilfe. Die Beobachtung wird nicht nur angenehmer, es werden auch mehr Details erkennbar.  Ein 8x Graufilter (ND 0,9) ist die günstige Variante, ein variabler Polfilter lässt sich je nach Vergrößerung und Helligkeit des Objekts einstellen.

Folien-Sonnenfilter
Aus Sonnenfilterfolie kann man sich günstig einen Sonnenfilter bauen, wenn man an der Sonnenbeobachtung interessiert ist. Ein solcher Filter muss aber sehr sorgfältig gebaut werden. Man sollte sich zuvor informieren, wie das anzugehen ist, denn wenn der Filter unzureichend ist oder bei der Beobachtung herunterfällt oder beschädigt wird, droht Erblindung.

Robuster, aber auch deutlich teurer, ist ein Glasfilter für die volle Öffnung. Es gibt auch hier metallbedampfte Produkte, aber besonders interessant sind auch Filter aus eingefärbtem Glas. Wichtig und teuer bei Glasfiltern ist die Qualität der Oberfläche. Eine gute Politur ist teuer und billige Glasfilter sind optisch oftmals schlechter, als die Filterfolie - was also wenig Sinn macht. Um auf den Geschmack zu kommen, ist die Filterfolie, für bastlerisch ungebübte auch in vorgefertigter Fassung, der richtige Weg.

Justierokular
Ein 8“ f/6 Newton ist gut mit einem Justierokular zu justieren. Eine Variante mit Fadenkreuz ist Sinnvoll. Ebenso sollte man vom Händler eine Mittenmarkierung auf dem Hauptspiegel anbringen lassen. Diese Mittenmarkierung stört das Bild nicht, weil sie im Schatten des Fangspiegels liegt.
Eine Alternative ist ein Justierlaser oder noch besser ein Justierlaser mit Barlow, um die Barlowed-Laser-Methode einsetzen zu können. Sollte man das Teleskop einmal umbauen, wird man aber zur Grundjustage zusätzlich ein Justierokular oder eine selbstgebastelte Justierhilfe zusätzlich zum Laser brauchen.

Okularhüllen (Drehpacks)
In Drehpacks aufbewahrt sind die Okulare auf dem Transport gut geschützt und Kappen gehen nicht verloren. In kalten oder taureichen Nächten können die Okulare im Drehpack geschützt in Hosen- und Jackentaschen warm und somit taufrei gehalten werden.

Sternkarten und Bücher
Zum früher viel empfohlenen „Atlas für Himmelsbeobachter“ von Erich Karkoschka, gibt es mit dem
Sternatlas für den visuellen Beobachter eine moderne Alternative. Das neue Werk vermittelt Durch Zeichnungen einen guten Eindruck vom Aussehen verschiedener Deepsky-Objekte. Auch Freunde von Doppelsternen oder Veränderlichen finden eine Umfangreiche Liste an lohnenswerten Beobachtungszielen. Anhand der enthaltenen Karten lassen sich die Objekte auch im Teleskop einstellen. Ein solches Buch begleitet den Beobachter über viele Jahre. Eine Alternative für fortgeschrittene Deepsky hungrige kann der Deepsky Reiseführer sein.
Freie Atlanten
Kostenlos von Sternfreunden für Sternfreunde gibt es im Internet den Mag 7 Sternatlas und zwei Atlanten von Toshimi Taki zum Download. Sehr umfangreich und variabel ausgelegt durch unterschiedliche Karten-Sets ist der Tri-Atlas. Ausgelegt für die im Sucher erkennbaren Sterne ist der
6m5 Sternatlas.
Man kann diese Atlanten selbst ausdrucken und z.B. im Kopierladen gegen Tau laminieren lassen. Auf den laminierten Seiten kann man bei Bedarf auch mit Folienschreibern Markierungen anbringen, zum Beispiel Kometenpositionen.
Der Vorteil des Mag 7 und des Tri-Atlas sind die eingezeichneten Sternbild-Hilfslinien, die vielen anderen Atlanten fehlen. Eine Alternative im Buchhandel ist der Deepsky Reiseatlas, der bereits laminiert geliefert wird und insbesondere für den Telrad-Sucher die Einstellung der Leuchtkreise am Himmel zeigt.
Zur Groborientierung am Himmel ist eine drehbare Sternkarte sinnvoll. Sie wird von vielen Verlagen angeboten, zum Beispiel Kosmos oder Oculum. Es gibt aber auch Bastelbögen im Internet zum Downloaden und selbst ausdrucken. Sternscheiben aus bedruckter Pappe und unlaminierte Atlanten sind entweder nur für den Gelegenheitsbeobachter oder zur häuslichen Vor- und Nachbereitung sinnvoll. Vorsicht ist auch bei zu dünnen Schutzfolien geboten. Eine gute Sternscheibe kann dadurch schnell entwertet werden.
 

Eine 2. Meinung...

Wer sich nicht einseitig informieren möchte, findet bei den Deepsky-Brothers ebenfalls hochwertiges Lesefutter zur Okularwahl.

Serienstreuung

Besonders bei günstigen Okularen darf nicht verschwiegen werden, dass Fälle von Serienstreuung bekannt sind. Dabei handelt es sich nicht nur um offensichtliche Fertigungsmängel, die relativ unproblematisch sind, da sie sofort bemerkt und per Garantie oder Gewährleistung “behoben” werden können. Schwieriger sind nicht offensichtliche Fehler die nur im direkten Vergleich eines guten mit einem schlechten Okular auffallen können. Ein Beispiel sind Ausreißer bei der Transmission, die insbesondere bei den günstigen 2” Okularen auffällig geworden sind. Aber auch störendes Streulicht durch schlechte Innenschwärzung oder schlechte Linsenpolitur (was mit dem Auge nicht erkennbar ist) ist zu thematisieren, was offenbar bei günstigen Barlow-Linsen häufig anzutreffen ist.

Baugleichheiten soweit bekannt:

1) GSO Superview, Vixen SV und ICS Galaxy Super View sind offenbar baugleich.
2) Das BW Ultrawide wird offenbar baugleich auch als Moonfish, Astrolan UW3080 und Reese RE-UW-30 angeboten.
3) Hyperion und Stratus sind optisch offenbar gleich aufgebaut, unterscheiden sich aber in einigen Details des Gehäuses.
4) TS Planetary HR und TMB/Burgess Planetary sind offenbar baugleich, je nach Serie gibt es aber Unterschiede in Verarbeitung und Innenschwärzung (Reflexneigung). Auch die Omegon Cronus könnten baugleich sein.
5) TS-SW, TS-SWM, Skywatcher Ultrawide, Reese RE-WW und Omegon Ultra Wide Angle sind optisch baugleich, unterscheiden sich aber z.T. in Vergütung und Schwärzung.
6) Das als Seben Zoom bekanntgewordene Okular wird offenbar baugleich auch von Skywatcher, Bresser und Omegon angeboten
) SWAN Okulare finden sich ebenfalls unter verschiedenen Labels. Eine optische Baugleichheit zur derweil (mindestens) 3. Bauartvariante der TS-WA wird für wahrscheinlich gehalten.
) ED-Okulare gibt es unter zahlreichen, kaum noch überblickbaren Labels. Per äußerem Design verschleiert scheint die Verwandschaft zur Baureihe Celestron X-Cel.

Versionsgeschichte:
Ursprüngliche Version: März 2008
*  Erste Überarbeitung und Aktualisierung dieses Artikels im Juni 2010
*  Zweite Überarbeitung und Aktualisierung im April 2016

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