Far Out - meine Astronomie-Homepage

3,8mm ED-Okulare
Ein Okular unter verschiedenen Labels


3,8mm ED-Okulare - wie ein Ei dem anderen...

2003 erschien unter dem Namen Celestron X-Cel eine neue Okularserie bei den Astro-Händlern. Besonders hervorgehoben wurde, daß ED-Glas zur verminderung von Farbfehlern verwendet wurde. Als weitere Eigenschaften betont Celestron den komfortablen Augenabstand, die 25mm durchmessende Augenlinse und 55° scheinbares Gesichtsfeld. Ausserdem sind die Okulare parfokal.

Bald darauf erschienen zunächst unter dem Label Soligor, dann auch unter AOM und zuletzt auch als Seben die sogenannten ED-Okulare. Auch hier wird der angenehme Augenabstand von 20mm betont, 50° scheinbares Gesichtsfeld werden angegeben und die Verwendung von ED-Glas wird genannt. Während diese Okulare zunächst als Soligor und AOM etwa denselben Preis hatten wie die X-Cel, ist inzwischen der Preis dieser Okulare bei Ebay stark gefallen. Unter anderem Seben verkauft sie nun für ein Drittel bis ein Viertel des Preises der Soligor oder AOM Versionen. Rein äusserlich ist das Erscheinungsbild der ED-Okulare von Soligor, AOM und Seben bis auf die Beschriftung zunächst völlig identisch. Hier besteht kein Zweifel, daß die Okulare aus der gleichen Quelle stammen. Das wirft natürlich die Frage auf, ob es bei der grossen Preisdifferenz spürbare Unterschiede gibt.
Weiterhin unterscheidet sich das äussere Erscheinungsbild der ED-Okulare nur auf den ersten Blick von den X-Cel. Während die X-Cel im schwarzen Gehäuse ausgeliefert werden, ist der Okulartubus der ED silbern lackiert. Auch die Form der Gummiarmierung unterscheidet sich leicht. Es gibt aber eine Reihe Details, die dafür sprechen, daß die ED-Okulare mit den Celestron X-Cel identisch sind oder zumindest auf der gleichen Optikkonstruktion basieren und vom gleichen Hersteller stammen.


Seben ED 18mm und Celestron X-Cel 21mm ohne Augenmuschel - Gleiche Optik im leicht geänderten Gewand?

Indizien dafür sind zunächst die auffällig gleiche Form von Okulartubus, Augenlinse, Feldlinse und Gummi-Augenmuschel. Die Gummiarmierung bei Celestron könnte etwas anders geformt sein, um das Okular äusserlich “etwas abzuwandeln”. Auch die verfügbaren Brennweiten stimmen bis auf kleine “Rundungsfehler”auffällig überein. Allerdings fehlen in der Celestron Reihe die Brennweiten 3,8mm und 14mm. Beide Okularreihen werden als 6-linsige ED-Glas Konstruktionen beworben, Seben und Soligor sind genauer und geben 6 Linsen in 4 Gruppen an.

Dem entgegen steht die Angabe von 50° scheinbarem Gesichtsfeld für die ED-Okulare und 55° bei den Celestron X-Cel. Im direkten Vergleich mit einem Vixen LV 10 (50° SGF) fällt aber auf, daß das Gesichtsfeld der ED-Okulare spürbar grösser ist, also auch 55° betragen könnte. Die Ähnlichkeiten mit einem X-Cel sollen sogar so weit gehen, daß die Linsen von X-Cel und ED vergleichbarer Brennweiten dieselben Lichtreflexe auf den Linsenoberflächen zeigen. Ich selbst konnte das aber mangels eines Vergleichstücks nicht nachvollziehen.

Miteinander vergleichen konnte ich aber ein im Februar 2005 erworbenes Seben ED 3,8mm und ein deutlich teureres Soligor ED 3,8mm. Es galt nun, herauszufinden, ob die teuren Okulare sich durch Details, und sei es “nur” die Abbildungsqalität, von den günstigen Vettern unterschieden. Das Soligor ED 3,8mm wurde mir zu diesem Zweck von Reese Astronomische Okulare zur Verfügung gestellt.

Die erste äusserliche Betrachtung der Okulare zeigt zweifellos: Die Okulare stammen vom selben Hersteller. Bis auf die Labels ist einfach alles identisch. Beide Okulare werden in einer Drehpack ähnlichen Kunststoffhülle geliefert, selbst die Kappen sind identisch. Beide bringen etwa 220g auf die Waage. Mit 42mm Durchmesser und insgesamt 130mm Länge sind die Okulare deutlich grösser als zum Beispiel ein Vixen LV oder gar ein Plössl. Die umklappbare Gummiaugenmuschel ist aus einem sehr weichen Silikongummi, das sich sehr schön an die Augenhöhle legt. Aber auch für die Benutzung mit Brille ist diese Augenmuschel vorbildlich weich. Ein kleiner Nachteil dieses Materials ist allerdings, daß es durch Elektrostatik gerne Staub und Fusseln anzieht.
Wirklich auffällig groß ist die Augenlinse. Sie hat 27mm Durchmesser. Zusammen mit den 20mm Augenabstand macht dies das Okular besonders interessant für Digitalkamera-Besitzer, da diese Eigenschaften für die afokale Projektion wichtig sind. Die 1,25” Steckhülse ist mit einer Sicherungsnut versehen und die Innenseite ist schön geschwärzt. Auch das Filtergewinde ist mit lackiert, das störte aber keinen meiner 1,25” Filter (Astronomik,  Baader, B+W, Meade).
Nach der Steckhülse fällt der Blick auf die Feldlinse - ein Barlow-Element. Hier zeigt sich ein unschönes Detail dieses Okulares. Offenbar ist die Fassung grösser als nötig und so blickt man am Rand der Linse auf einen deutlichen Streifen unbearbeiteten Glases, und zwar auf beiden Seiten der Linsengruppe.


Die Barlow-Linsen sind nicht auf der vollen Fläche geschliffen - für den Strahlengang unproblematisch, aber eine derbe Streulichtquelle

Diese unangenehme Eigenheit kommt nicht bei allen Brennweiten, vielleicht sogar nur beim 3,8mm vor. Die Grösse des unbearbeiteten Streifens variiert von Okular zu Okular. Das Soligor hat einen deutlich kleineren Rand, als das Seben. Genauso kommen aber auch Seben mit einem kleineren Rand vor. Mir war es zunächst wichtig, zu klären, ob das “fehlende Stück” Barlow-Linse auf die Abbildung einen Einfluss haben könnte.
Da die Barlow deutlich vor dem Brennpunkt sitzt, ist die benötigte Barlow-Grösse auch abhängig vom Strahlenkegel, also vom Öffnungsverhältnis des verwendeten Teleskopes. Ein f/4-Instrument benötigt eine deutlich grössere Barlow, als ein f/10-Teleskop. Für den Test verwendete ich mein Orestegor 4/300 Tele-Objektiv, dessen stufenlose einstellbare Blende von 4 bis 22 entsprechende Strahlenkegel auf Abruf produziert. Da der matte Rand der Barlow im Bild nicht erkennbar ist, wurde als Trick dieser Rand mit einem grünen CD-Schreiber vorsichtig eingefärbt. Beim betrachten einer weissen Wand musste sich so zeigen, ob der Rand im Bild sichtbar werden würde.
Ohne Objektiv zeigte sich nun der grüne Rand je nach Einblickposition mehr oder weniger deutlich im Bild, weil ja “ungeordnet” Streulicht ins Okular einfiel. Ins Orestegor eingesetzt allerdings blieben die grünen Bereiche vollständig unsichtbar. Auch eine Vignettierung am Bildrand konnte ich nicht bemerken. Auch hatte das Soligor mit seiner deutlich grösseren Barlow keine Vorteile gegenüber dem Seben, weder beim Einblickverhalten, noch bei der Bildfeld-Grösse. Die Barlow ist also auf jeden Fall groß genug.


Blick durch die Augenlinse des Sebens auf die rückseitig beleuchtete Barlow mit dem grün eingefärbten Rand

Trotzdem ist dieser matte Ring ein Ärgernis, denn der Ring bringt unkontrolliert Streulicht ins Okular ein, sobald hellere Objekte darauf abgebildet werden. Das liess sich im Test mit dem Orestegor auch nachvollziehen. Eine LED-Taschenlampe in 5m Entfernung bildete, wieder mit dem Orestegor betrachtet, eine kräftige Lichtquelle, vergleichbar mit dem Mond oder einem hellen Planeten. Knapp ausserhalb des Bildes positioniert wird das ganze Bild mit einem kräftigen, grünen Schleier überzogen - das durch den grün gefärbten Linsenrand eingestreute Licht.
In der Praxis ist dieses Streulichtproblem vor allem bei der Mondbeobachtung und bei der Tagbeobachtung relevant. Hier fällt ständig viel Licht auf den matten Linsenrand, was als Kontrastverlust bemerkbar wird. Ein Exemplar mit kleinerem Rand ist also im Vorteil, weil damit auch die Streulicht erzeugende Fläche wesentlich kleiner ist. Es empfiehlt sich also, über eine Schwärzung oder Abblendung des überflüssigen und störenden Linsenrandes nachzudenken.


Im Durchlicht sind die matten Ringe um die Barlows deutlich zu sehen, ebenso das erzeugte Streulicht,
welches die Wände des Okulartubus aufhellt.

Das erzeugte Streulicht offenbart auch, daß das Innere des Okulartubus überhaupt nicht geschwärzt ist. Wenn der Okulartubus ausreichend Abstand vom Strahlengang hat, so ist das zunächst kein Problem. Durch den zusätzlichen Streulichteinfluss ist das aber nicht mehr gegeben und störend. Ein weiteres Streulichtproblem offenbart das Bild unten. Bei Beleuchtung von vorn zeigt sich der “Boden” des Okulartubus deutlich. Wenn bei der Mondbeobachtung Licht vom eigenen Auge zurück ins Okular geworfen wird, kann auch das stören. Man muß aber bedenken, daß beide geschilderten “Nachlässigkeiten” bei der Schwärzung nur geringe Auswirkungen haben dürften, jedenfalls im Vergleich zu dem eklatanten Konstrutkionsfehler der Barlow.

Unterschiede

Unterschiede zwischen beiden Okularen offenbaren sich in der Vergütung. Hier scheint Soligor rein subjektiv eine leicht bessere Vergütung aufgebracht zu haben. Bei seitlichem Streulicht zeigte sich beim Seben ein rötlich violetter Reflex auf der Augenlinse, der beim Soligor eher grünlich aber keineswegs schwächer wirkte. Interessanterweise steht diese Beobachtung im Gegensatz zu den Reflexfarben in der Abbildung unten, eine Verwechslung kann ich aber ausschliessen. Der Effekt wird lediglich durch den geänderten Betrachtungswinkel hervorgerufen.


Unterschiedliche Vergütungen von Seben und Soligor

Auch auf dem Barlow-Element zeigten sich unterschiedliche Vergütungsfarben. Das Seben zeigte einen eher violetten Reflex, während das Soligor eine gelbliche Vergütung aufwies.
Ein weiterer Unterschied zeigte sich beim oben beschriebenen Test mit dem Orestegor. Die verwendete M42-Okularadaption ist vom Durchmesser her etwas zu eng. Bei der Steckhülse des Seben bereitete dies keine Probleme, jedoch passte die Steckhülse des Soligor nicht in die Okularaufnahme. Ich war gezwungen, die leicht abschraubbaren Hülsen zu tauschen und das Soligor mit der Seben-Steckhülse zu nutzen. Die Toleranz ist dabei sehr gering, und beim direkten aneinanderhalten der Steckhülsen mit blossem Auge nicht bemerkbar. Auch die Filter sassen in der Soligor-Hülse etwas strammer, als in der Seben-Hülse.

Praxis

Nach diesen Vorbetrachtungen sollten sich die Okulare in der Praxis beweisen. Bei -2°C, 99% Mondphase, windstillem aber leicht dunstigen Wetter kamen die Okulare am R200SS, also an einem 8” f/4 Newton, und zwar ohne Komakorrektor, zum Einsatz. Direkter Gegenkandidat war das Nagler 3,5mm Typ 6. Diesen nicht gerade einfachen Bedingungen mussten sich die beiden EDs zunächst am Saturn stellen. Das Seeing ließ die 210-fache Vergrößerung nur zuweilen zu, was das fokussieren schwierig werden ließ.
Die beiden ED-Okulare machten hier einen guten Eindruck, konnten aber nicht mit dem Nagler mithalten. Das Nagler war vor allem einfacher zu fokussieren und zeigte den unter diesen Bedingungen gerade noch sichtbaren Saturnmond Dione einfacher und öfter, als es die beiden ED Okulare konnten. Die Schärfe war bei den beiden EDs auf den inneren 30° des Gesichtsfeldes gut, und ließ dann zum Rand deutlich nach. Auch das Nagler zeigte einen Schärfeabfall, der allerdings wesentlich geringer ausfiel. Noch am Rand des 80° grossen Gesichtsfeldes war das Nagler besser, als die ED’s am Rand ihres ca. 55° grossen Gesichtsfeldes. Hier dürfte zwar bereits Koma des sehr kurzen Newtons eine Rolle spielen, aber die Feldkorrektur des immerhin 6-linsigen ED-Designs hätte besser sein können. Bei der Entwicklung eines 3,8mm-Okulares muß man ja mit dem Einsatz an kurzbrennweitigen Teleskopen rechnen, denn spätestens ab f/8 mit weniger als 0,5mm AP ist der Einsatz fraglich.
Im Vergleich zu den EDs zeigte das Nagler ein etwas rötlicheres Saturnbild. Ein Unterschied der Bildhelligkeit war nicht bemerkbar und wäre, so vorhanden, höchstens meßtechnisch zu erfassen. Das zum Rand hin unschärfer werdende Bild lässt keine Aussage über eventuelle Farbränder bei den EDs zu. In der Bildmitte gab es damit keine Probleme. Lediglich wenn Saturn den Bildrand berührte, entstand ein dünner, blauer Saum entlang der Feldblende.
Wurde Saturn langsam aus dem Gesichtsfeld herausgefahren, so musste sein Licht irgendwann auf den matten Ring der Barlow fallen. Eine Aufhellung war aber praktisch nicht wahrnehmbar. Saturn ist nicht hell genug, um wirklich störend zu wirken. Auch Reflexe des eigenen Auges waren nicht zu bemerken.
Der Einblick in die EDs war nun wesentlich unproblematischer, als bei der Tagbeobachtung. Das ist allein deshalb zu erwarten, weil bei Tage der Beobachter eine wesentlich kleinere Irisöffnung hinter dem Okular positionieren muß. Die im dunkeln geweitete Iris führt dann zu einem recht angenehmen Einblickverhalten. Der grosse Augenabstand war ebenfalls leicht einzuhalten, allerdings wird mit Überschreiten des idealen Augenabstandes das Gesichtsfeld schnell kleiner.
Ein Unterschied zwischen den beiden ED-Okularen war bei dieser Beobachtung überhaupt nicht feststellbar. Das Soligor hatte durch seine größer bearbeitete Barlow keine Vorteile. Am unscharfen Stern wurde auch keine Vignettierung am Rand des Gesichtsfeldes sichtbar, lediglich eine gewisse Verzerrung (“Stauchung”) der hellen Fläche im Bereich ab 40° des Bildfeldes bis zum Rand hin war zu sehen. Die Barlow scheint also selbst beim Seben ED noch groß genug zu sein.


grober Aufbau eines 3,8mm ED-Okulares

Das nächste Beobachtungsobjekt war der Vollmond. Das Mare Crisium zeigt nahe am Mondrand einige interessante Buchten und ein Bergmassiv mit kräftigem Schattenwurf (Promontorium Agarum).
Zuerst kam das Seben ED zum Einsatz. Es schockierte mit einem komplett grünen Mondbild auf grünem Himmelshintergrund. Der immer noch grün eingefärbte Ring matten Glases um das Barlow-Element fungierte als Streulichtwerfer. Der Kontrast brach durch diesen Streulichteinfall völlig zusammen. Auch das Soligor machte trotz des deutlich kleineren Ringes keinen besseren Eindruck. Erst das Nagler zeigte ordentliche Kontraste, die nur durch den dunstigen Himmel etwas gestört wurden. Der bereits bei der Saturnbeobachtung bemerkte Schärfeverlust zum Rand des Gesichtsfeldes zeigte sich wieder. Das Nagler konnte ein komplett brauchbares Bild zeigen, während in den ohnehin durch Streulicht gehandicapten EDs dann am Rand kaum noch Details erkennbar waren. Durch das kräftige Streulicht lässt sich auch schlecht sagen, ob störende Reflexe des eigenen Auges ein Problem darstellen. Zwar konnte ich solche Reflexe nicht bemerken, aber das Streulicht hätte schwache Reflexe sicher überdeckt. Die im grellen Mondlicht wieder kleine Irisöffnung des eigenen Auges führt dann auch bei dieser Beobachtung wieder zu dem bei Tage bemerkten, sehr unruhigen Einblickverhalten. Das Kidneybeaning war sehr kräftig und es erfordert Übung, die optimale Position zu halten.
Man kommt nicht umhin, beiden ED-Okularen im Originalzustand eine völlige Untauglichkeit für die Mondbeobachtung zu bescheinigen. Der matte Ring um die Barlow muß unbedingt korrekt abgeblendet werden. Ich gehe davon aus, daß für die Mondbeobachtung eine einfache Schwärzung z.B. mit Edding nicht ausreicht, weil durch die dünne Farbschicht noch zuviel Licht dringen dürfte.

Die Beobachtungen zeigten, daß die beiden ED-Okulare trotz des Preisunterschiedes vom Faktor 3 bis 4 (je nach Angebot) am Himmel eine absolut vergleichbare Leistung lieferten. Die Leistung bei der Saturnbeobachtung zeigte auch, daß das Okular durchaus in der Mittelklasse zu positionieren ist, so daß ein Preis von 90 Euro “erwartungsgemäß” wäre. Es ließe sich zwar vermuten, daß die leicht unterschiedliche Vergütung des Soligor möglicherweise langlebiger ist, als die des Seben, aber dies ist eine blosse Spekulation und dank des grossen Augenabstandes ist die Vergütung der Okulare keinen grossen Belastungen ausgesetzt, so daß man hiermit den Preisunterschied schlecht rechtfertigen kann. Möglicherweise ist die Vergütungsfarbe auch lediglich normalen Schwankungen im Rahmen des Produktionsprozesses ausgesetzt, die man anhand zweier Einzelstücke natürlich nicht erkennen kann.
Die Streulichtproblematik der 3,8mm Versionen ist allerdings eine herbe Panne, und der Preisklasse von 25 Euro eher würdig, als der von 90 Euro. Falls die Vermutung zutrifft, daß Celestrons X-Cel-Reihe auf derselben Optik basiert, so ist verständlich, daß die Brennweite 3,8mm nicht Celestrons Qualitätsansprüchen entspricht und daher von Celestron nicht angeboten wird.


Vergütung der Barlow-Elemente

Da der Hauptkritikpunkt an den 3,8mm ED-Okularen die Streulichtproblematik ist, sollte man durchaus über eine bastlerische Aufbesserung des Okulares nachdenken. Beim Seben ED war der Durchmesser des geschliffenen Bereiches der Barlow etwa 4,8mm groß. Zusätzlich zu einer Schwärzung mit Edding könnte also eine kleine Blende Abhilfe schaffen, die auf den leicht erhabenen Metallsockel der Linsenfassung aufgeklebt werden könnte. Die Blende müsste mit schwarzem Mattlack bestrichen und sauber zentriert aufgeklebt werden. Um den Strahlengang nicht zu behindern, sollte das Material nicht zu dick sein. Wer ein Exemplar mit etwas größerer Barlow besitzt, der könnte sich schon mit einer dünnen M5-Unterlegscheibe die nötige Abhilfe verschaffen.

Fazit: Die derzeit sehr günstig angebotenen ED-Okulare sind durchaus lohnenswerte Schnäppchen. Dem Hersteller muß aber bezüglich der schlecht verarbeiteten Barlow zumindest Leichtsinn vorgeworfen werden. Der unruhige Einblick bei der Mond- und Tagbeobachtung ist ein weiterer Kritikpunkt. Wird das Okular bastlerisch aufgebessert, so ist es eine gute Empfehlung, besonders dank des sehr günstigen Preises. Unter der Preisvorstellung von Soligor allerdings kann es gegenüber den Qualitäten eines Vixen LV nicht recht überzeugen.

Neu am 19.5.2005: EDs in Serie - Serienstreuung bei ED Okularen

Zurück zur Testübersicht