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Die Seben / Orbinar UHC und O-III Filter Zum Jahreswechsel 2007/2008 bekam ich von privater Seite überraschend das Angebot, die beiden erst seit Kurzem erhältlichen Nebelfilter aus dem Hause Seben kennenzulernen. Die beiden Filter wurden mir dazu vom Sternfreund Roland Enders für einige Zeit überlassen. Beide Filter sitzen in recht flachen Fassungen. Sie sind ca. 6mm mit Gewinde bzw. 4mm ohne Gewinde hoch und daher nicht ganz so gut handhabbar. Im Gegenzug besteht jedoch weniger Gefahr, beim Einstecken des Okulars eine Prismen- oder Korrektorfläche zu berühren. Die Filter haben die für 1,25” Filter übliche Größe, so dass in der Fassung etwa 24,5mm Durchmesser frei bleiben. Ein normalerWert, der aber von der Baader-Filterfassung übertroffen wird. Diese bringt es auf 26,5mm freien Durchmesser. Beide Filter ließen sich problemlos in gängige Okulare einschrauben.
Die erste Trockenübung bestand in der Vermessung der beiden Filter. Der Orbinar O-III zeigte dabei eine gute Transmission von 94% auf den beiden [OIII]-Linien, wobei er bei 500nm mit 95% seinen Spitzenwert erreichte. Die Halbwertsbreite beträgt etwa 20nm, so dass die H-Beta-Linie noch zu 50% den Filter passieren kann. Für einen [OIII]-Filter ist das ein recht breites Durchlassfenster, mein Astronomik [OIII] (Jahrgang 2002) zeigt aber eine sehr ähnliche Halbwertsbreite.
Der Orbinar UHC zeigte eine eher unerwartete Filterkurve und errinnerte dabei an den Seben CLR. Die Messung ergab nämlich eine sehr geringe Transmission für die H-Beta-Linie bei 486nm. Der Orbinar UHC erreicht hier nur 46% Transmission, was für einen UHC, der H-Beta und [OIII] passieren lassen sollte, nicht besonders glücklich ist. Die Transmission der [OIII]-Hauptlinie bei 500,7nm ist mit 96% hingegen gut, und auch die Nebenlinie bei 496nm wird mit 90% ordentlich durchgelassen. Das gesamte Durchlassfenster mit einer Halbwertsbreite von 31nm ist jedoch noch um ein paar Nanometer ins Grüne Verschoben, und der Filter erreicht bei 503nm seine Maximale Transmission von 97%. Auch die fotografisch interessante H-Alpha-Linie bei 656nm zeigt nur 40% Transmission, während bei 669nm satte 98% Transmission erreicht werden. Es scheint, als sei die gesamte Transmissionskurve “etwas langwelliger” geraten, als es für den Filter gut gewesen wäre, und in genau diesem Punkt erinnert die Kurve des UHC an die des Seben CLR. Jenseits der H-Alpha-Linie zeigt der Filter eine kräftige Infrarot-Transmission, die auch hier wieder Astrofotografen stören dürfte. Die Vermessung der Filter zeigt also durchaus gute Werte für die visuelle Verwendung des [OIII], während der UHC (zumindest das vermessene Exemplar) Leistung bei der H-Beta-Linie verschenkt. Trotzdem interessiert natürlich, wie sich die Filter bei der Beobachtung und im Vergleich mit anderen Nebelfiltern präsentieren. Beobachtet wurde mit den beiden Filtern am Winterhimmel mit einer untergehenden Mondsichel die zu 27% beleuchtet war und weit ab von den Beobachtungszielen stand. Zum Einsatz kam ein 12” f/5 Newton und zwei 22mm LVW Okulare, mit denen je zwei Filter im schnellen Wechsel verglichen werden konnten.
Mit dem Orbinar O-III scheint Seben ein wirklich guter Wurf gelungen zu sein, denn der Filter ist nicht nur “gut für den Preis”, sondern wirklich eine Alternative zu den etablierten Filtern. Genau wie der Astronomik OIII eignet er sich für Beobachtungen unter besseren Bedingungen und bei mittleren bis (für einen [OIII]) hohen Vergrößerungen. Bei schwacher Vergrößerung braucht man schon einen sehr guten Himmel, ansonsten zeigen Filter mit engerem Durchlassfenster wie der Thousand Oaks oder auch insbesondere der Baader eine wesentlich bessere Wirkung. *) Preisniveau Listenpreise Januar 2008
Nachtrag zur Serienstreuung (25.2.2008) Durch günstige Umstände ergab sich die Möglichkeit, den getesteten OIII-Filter mit einem weiteren Exemplar zu vergleichen. Die beiden Filter wurden dazu im gleichen Gerät direkt nacheinander vermessen.
Die Messung ergab für die beiden OIII-Linien keine drastischen Unterschiede, ein Unterschied von weniger als 2% Transmission für die OIII-Hauptlinie wird im täglichen Gebrauch niemand bemerken können. Auch die Halbwertsbreite ändert sich praktisch nicht. Was die geringe Verschiebung der Kurven aber im Bereich der H-Beta-Linie (486nm) bewirkt, sollte für den UHC diskutiert werden. Für den OIII-Filter ist die Transmission auf dieser Linie eher uninteressant, bzw. sie stört nicht. Beim UHC ist aber eine H-Beta-Transmission ausdrücklich erwünscht, beim vermessenen Exemplar mit 46% aber sehr gering ausgefallen. Nun liegen diese 46% in einem recht steilen Teil der Kurve, so dass hier eine leichte Verschiebung der Kurve zu deutlich besserer (oder auch deutlich schlechterer) H-Beta-Transmission führen würde. Nimmt man also an, dass beim UHC ähnliche Kurvenverschiebungen auftreten, so könnten sich daraus im Bezug auf die H-Beta-Transmission gute und schlechte Exemplare ergeben.
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