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Der Winterhimmel

Nicht nur, weil man in dieser Jahreszeit gleich die Weihnachtsgeschenke ausprobieren kann, ist der Winter ein schöner Einstieg in die Astronomie mit dem Teleskop. Zwar ist es recht kalt, und man sollte unbedingt warme Kleidung tragen, aber entschädigt wird man mit einem sehr prächtigen Himmel mit vielen hellen Sternen. Angenehm ist auch, daß es noch recht früh dunkel wird, so daß man im Januar und Februar gern 3 Stunden beobachten kann, und dennoch zu normalen Zeiten zu Bett gehen kann.


Der Winterhimmel Anfang Januar gegen 23 Uhr
Karte erstellt mit Cartes du Ciel

Unsere Übersichtskarte zeigt den Sternhimmel am 1. Januar gegen 23 Uhr. Den gleichen Anblick sieht man am 1. Februar gegen 21 Uhr und am 1. März gegen 19 Uhr. Um die Karte zu benutzen schaut man direkt nach Süden und hält die Karte aufrecht vor sich.

Der Wintersternhimmel zeigt viele helle Sterne. Besonders auffällig ist im Süden das Sternbild Orion, das mit seiner hellen Dreierkette, den sogenannten Gürtelsternen, unverwechselbar ist. Hier beginnen wir unseren Himmelsspaziergang mit dem Teleskop. Unterhalb der fast waagerechten Dreierkette, die den Gürtel des Himmelsjägers “Orion” darstellt, finden wir eine senkrechte Dreierkette aus deutlich schwächeren Sternen. Im Feldstecher oder im Sucher des Teleskops fällt auf, daß es sich um Sternpaare handelt. Wir richten unser Teleskop auf die Mitte dieser Kette. Bei schwacher Vergrößerung zeigt sich, daß die Sterne hier von einer nebligen Helligkeit umgeben sind. Dies ist das leuchtende Wasserstoffgas des grossen Orionnebels, der auch nach seiner Nummer im Messier-Katalog M42 genannt wird. Der Orionnebel ist “zweigeteilt”, in einen grossen, ausladenden Teil, in dessen Mitte das sogenannte “Trapez” steht, ein Mehrfach-Stern. Im kleinen Teleskop sieht man drei, im etwas grösseren bald 4 Sterne. Der kleinere und Schwächere Teil des Orionnebels ist rundlich um einen Stern angeordnet. Dieser Teil heisst im Messier Katalog M43.

Die besonders auffällige Sterngruppe der Plejaden soll das nächste Beobachtungsobjekt sein. Die Plejaden stehen am Rande des Sternbildes Stier und stehen recht nah beieinander. Ihre Kastenform wird manchmal für den kleinen Wagen gehalten. Die Plejaden heissen auch das Siebengestirn, je nach Wetter und Helligkeit sieht man 6 bis 9 Sterne mit blossem Auge. Im Teleskop zeigen die Plejaden sich als prächtiger Sternhaufen. Besonders bei schwacher Vergrößerung ist die Wirkung sehr schön. Die bläuliche Farbe der hellen Sterne ist ebenfalls auffällig. Übrigens heissen die Plejaden im Messierkatalog M45.
Die Plejaden sind ein sogenannter offener Sternhaufen, eine lockere Gruppe von Sternen, die gemeinsam entstanden sind.

Einen der schönsten Anblicke am Himmel bietet der sogenannte Doppelsternhaufen, H & Chi. Es sind zwei dicht beieinander stehende offene Sternhaufen zwischen den Sternbildern Cassiopeia und Perseus. Anders als die Plejaden fallen sie nicht ins Auge. Mit etwas Übung kann man an dieser Stelle mit blossem Auge gerade ein blasses Sternfleckchen erkennen. Im Sucher zeigt sich ein helles Fleckchen mit zwei Zentren. Im Teleskop aber zeigt sich, daß hier eine unzählbare Menge Sterne steht, die deutlich nach zwei Zentren hin orientiert sind.  Man erkennt, daß einige Sterne anders gefärbt sind, besonders einige gelbliche Sterne fallen ins Auge, ein schöner Anblick.

Ebenfalls nahe der Cassiopeia, nach Westen hin, ist die Andromedagalaxie zu finden. Es ist unsere Nachbarmilchstrasse, die schon im Feldstecher als ovales Wölkchen zu sehen ist. Im Teleskop kann man bei gutem Himmel sehen, daß neben der grossen, ovalen Form der Galaxie noch zwei kleine Begleiter stehen - einer davon ist aber nur schwer zu finden. Die Andromedagalaxie ist 2,9 Millionen Lichtjahre entfernt, und so sehen wir die Galaxie, wie sie eben vor 2,9 Millionen Jahren aussah. Erstaunlich, daß uns schon unser Einsteigerteleskop oder auch der Feldstecher einen so weiten Blick ins Universum ermöglicht. Weil der Andromedanebel so weit entfernt ist, verschwimmen seine Billiarden Sterne zu einer grossen Wolke, in der nur bei sehr dunklen Himmel dunkle Bandststrukturen der Spiralarme erkennbar sind.

Als letztes Objekt für den ersten Abend steht wieder ein offener Sternhaufen auf dem Programm. Mitten im Sternbild Krebs liegt die Praesepe (M44). Dieser Sternhaufen ist recht groß und bietet seine schönsten Anblicke im Feldstecher oder bei ganz schwacher Vergrößerung, sonst stehen seine Sterne schon zu weit auseinander, um einen schönen Anblick zu bieten.

Das sollte für den ersten Abend ausreichen. Der Winterhimmel bietet natürlich noch viele Objekte, und wer Lust hat, kann einfach mal durch das Sternbild Fuhrmann schwenken, in dem noch drei schöne offene Sternhaufen zu finden sind.

Viel Spaß und viel Erfolg!

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Karte erstellt mit Cartes du Ciel