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Der Sommersternhimmel

Die langen Tage machen uns zu schaffen. Zwischen dem 20. Mai und dem 15. Juli wird es im Norden Deutschlands nicht mehr wirklich dunkel. Im Süden ist es kaum eine halbe Stunde absolut dunkel. Hinzu kommt die Sommerzeit, so daß wahre Mitternacht erst gegen 1 Uhr, in Westdeutschland gegen 1 Uhr 30 ist.
Wer aber Ende Juli und im August mit seinen Sternschnuppenreichen Nächten lange genug ausharrt, der wird mit einem herrlichen Sternhimmel belohnt. Die Sommermilchstrasse ist mit blossem Auge leicht erkennbar, und bietet ein wunderbares Sternmeer, das man unbedingt einmal “freihändig” mit dem Teleskop abfahren sollte.


Der Sternhimmel im August gegen 22 Uhr, also 23 Uhr Sommerzeit
Karte erstellt mit Cartes du Ciel

Nahe dem Zenit taucht als einer der ersten Sterne die helle Vega aus der Dämmerung auf. Vega ist der Hauptstern der Leier. Weiter östlich und nicht ganz so hoch findet sich ein weiterer, ähnlich heller Stern. Deneb im Schwan. Fast genau unterhalb der Vega findet sich ein dritter heller Stern, Attair im Adler. Diese drei hellen Sterne bilden das sogenannte Sommerdreieck, das eine gute Orientierungshilfe am Himmel ist.
Verlängert man die Linie Deneb-Vega Richtung Westen, so trifft man auf das Sternbild Herkules. Dieses Sternbild hat keinen besonders auffälligen Stern. In seiner Mitte findet man ein etwas schräges Viereck.  Fährt man mit dem Teleskop die westliche Linie dieses Vierecks ab, so stösst man etwas oberhalb der Mitte auf ein schwaches, rundes Wölkchen.
Dies ist der Kugelsternhaufen M13, der schönste Kugelsternhaufen am nördlichen Himmel. Hat man ihn gefunden, so lohnt es sich, stärker zu Vergrößern. Im kleinen Teleskop bleibt das Sterngewimmel in seiner Mitte so dicht, daß nur ein verschwommener Eindruck entsteht, aber am Rand lassen sich auch in kleineren Teleskopen (ab 90mm Durchmesser) einige Sternchen ausmachen.

Der Stern Albireo bildet den Kopf des Sternbildes Schwan, gegenüber vom hellen Deneb. Albireo ist ein Doppelstern, der aus einem hellen orangenen und einem schwächeren grünblauem Teil besteht. Schon im ganz kleinen Teleskop sieht man wunderbar den Farbunterschied dieser beiden Sterne.

Des Sternbild “Pfeil” (Sagitta) nahe dem hellen Attair ist der Schlüssel zu unserer nächsten Station. Auf einer Linie vom vorderen Stern des Pfeils und Albireo, 1/3 der Strecke von Albireo entfernt, stösst man auf einen interessanten Nebelfleck. Es ist M27, der sogenannte Hantelnebel. Dieser Nebel hat eine Form ähnlich einer Sanduhr - ähnlich einer acht oder einer Hantel, die ihm den Namen einbrachte. Der Hantelnebel entstand, als ein Stern in seinem Alterungsprozess seine äussere Hülle abgestossen hat. Unter besonders dunklem Himmel kann man erkennen, daß der Nebel insgesamt sogar eine runde Scheibe ist, in der die “Sanduhr” nur der hellste Teil ist. Auch wenn man vielleicht einige Anläufe braucht, bis man M27 findet, lohnt sich die Beobachtung.

Die helle Vega steht nahe des Zenits. Sie ist der Hauptstern des Sternbilds Leier. Ein interessantes Objekt findet sich fast genau in der Mitte zwischen den beiden “Kastensternen”, die von der Vega abgewandt sind. Es handelt sich um den sogenannten Ringnebel. Im kleinen Teleskop ist dieses Objekt schwierig zu finden, und der Nebel ist so klein, daß er nur bei starker Vergrößerung seine Ringform zeigt.

Wer mit dem Sucher die Milchstrasse vom Sternbild Adler an abwärts absucht, dem wird der Wildentenhaufen unweigerlich auffallen. Im Teleskop zeigt sich an dieser Stelle eine gewaltige Sternansammlung.

Wer es sich zutraut, anhand der oben abgebildeten Sternkarte noch ein Wenig weiter zu suchen, der kann sich den Kugelsternhaufen M3 und bei klarer Horizontsicht den wundervollen Lagunennebel vornehmen.

Viel Erfolg!

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