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Baugleichheiten...
oder: Des Kaisers neue Okulare

Es war ein mal ein Okulardesign, das wurde gebaut im fernen, fernen Osten. Die Fabrik in denen die Okulare gebaut wurden schickte große Container davon zu einem großen Händler und von dort schwammen die vielen kleinen Okulare bis in alle Welt. Doch eines Tages dachte sich die Fabrik im fernen, fernen Osten, dass es doch schade wäre, wenn nur ein großer Händler die vielen, vielen Okulare bekäme. Viel schöner für die Fabrik wäre es doch gewesen, wenn viele, viele Händler egal wie groß oder klein noch viel, viel mehr Okulare in alle Welt schwimmen ließen...

Was nun für den Hersteller im Fernen Osten ganz verlockend ist, nämlich Produkte für viele selbst importierende Händler schmackhaft zu machen, so dass jeder Händler seine eigene Charge ordert, ist für den Kunden ein ziemliches Verwirrspiel. Nicht nur, dass ein und dasselbe Okular unter verschiedenen Namen beschriftet zu haben ist, nein das Spiel mit des Kaisers neuen Kleidern beginnt erst dann richtig unangenehm zu werden, wenn ein und derselbe optische Aufbau in möglichst verschieden ausschauenden Hüllen verkauft wird. Da kann der Kunde gut in zwei mal die gleiche Röhre gucken, obwohl die zweite Röhre eigentlich in der Hoffnung gekauft wurde, dass sie besser wäre, als die erste.

Vor diesem Hintergrund macht es Sinn, Informationen über bekannte oder vermutete Baugleichheiten gesammelt abzulegen. Allein schon, weil sich auf diese Weise zu gleichen oder ähnlichen Artikeln mehr Erfahrungsberichte finden lassen. Daher werden im folgenden eben solche bekannten oder vermuteten Baugleichheiten aufgeführt. In erster Linie geht es dabei um Okulare, aber im erweiterten Rahmen können auch Filter, Teleskope oder alles erdenkliche Zubehör auftauchen - wenn es nur einigermaßen nachvollziehbare Gründe für eine vermutete Baugleichheit gibt. So sind auch die folgenden Angaben zu verstehen: Ein gleicher Aufbau der optischen Komponenten wird vermutet und darüber hinaus gehende Aussagen zum Beispiel zu unterschiedlichen Verarbeitungsqualitäten sollte man nicht ableiten, weil sicher auch die Qualität des erwischten Einzelexemplars eine Rolle spielt. Schließlich geht es doch mehrheitlich um Preisklassen, in denen eine gewisse Serienstreuung erwartungsgemäß ist.

Okulare

Okulare werden nach scheinbarem Gesichtsfeld aufsteigend sortiert.

Bis 50° scheinbares Gesichtsfeld

  • Kokusai Khoki “Classic Ortho”
  • Labels: Kasai, University Optics, Antares

  • Kokusai Khoki “Multicoated Ortho”
  • Varianten: Kasai Hc/Hd, Baader Genuine

  • ED-Okulare
  • Labels: Soligor, Seben, AOM, ungelabelt

    Varianten: Celestron X-Cel

    Erkennungsmerkmale: Im normalen, silbernen ED-Aussehen unverwechselbar, leicht differierende Brennweitenangaben wie 5,2mm beim ED und 5mm beim X-Cel, 50° oder 55° scheinbares Gesichtsfeld.

  • LV / NLV
  • Die NLV sind offenbar eine neue Gehäusevariante der LV mit einstellbarer Augenauflage. Es gibt sie nur unter “Vixen”.

  • Plössl
  • Labels: Skywatcher Apo-Series, TS-Plössl, ICS-Plössl

    möglicherweise außerdem gleich aufgebaut: Meade Serie 4000 Plössl (4-linsige Variante)

  • Masuyama
  • Baader Eudiascopic  / Antares Elite / Celestron Ultima / Orion Ultrascopic /  Parks Gold Series / Omcon Ultima / Takahashi LE (?)

Bis 70° scheinbares Gesichtsfeld

  • LE Plössl

 

  • “Planetaries”
  • Labels: TMB Burgess / TS Planetary HR / APM New UWA

    Besonderheiten: Erste Serien, besonders “Garage Sale”, mit Streulichtproblem

  • LVW / NLWV
  • Hier ergibt sich das gleich Bild wie bei dern LV / NLV-Okularen, außer für das LV 30, das als NLVW 30 offenbar umkonstruiert wurde. Immer gleicher Hersteller Vixen.

  • Hyperion / Stratus / Celestron Ultima LX
  • Wahrscheinlich LVW-Clone (höchst ähnlicher Linsenaufbau, gleiche Brennweitenstaffel 3,5mm / 5mm / 8mm / 13mm / 17mm, unterschiedliche Brennweite nur bei 22mm bzw. 21mm). Celestron-Variante äußerlich verfremdet.

  • Goldkanten / Blaukanten
  • Labels: Skywatcher Ultrawide, TS-SW, TS-SWM, Orion Expanse, Reese

    Antares W70 mindestens als 8,7mm gleiche Optik wie 9mm Goldkante in verfremdetem Gehäuse. Baugleichheit mit einem frühen TS-WA 9mm wahrscheinlich. Spätere TS-WA im gleichen Aussehen wie W70.

    Besonderheiten: Reese-Variante und TS-SWM (blaue Kante) mit verbesserter Vergütung und Leistungsvorteil

  • TS-WA / SWAN
  • Die derzeitige (2010) Bauform der TS-WA-Okulare sieht den William Optics Swan offenbar nicht nur zum Verwechseln ähnlich, hinter kaum differierenden Brennweitenangaben (z.B. 38mm / 40mm) stecken ganz offensichtlich doch baugleiche Okulare.

Ab 70° scheinbares Gesichtsfeld

  • UWAN-Reihe
  • Labels: Zuerst einige Jahre nur als William Optics, danach AP-UWAN, Lacerta UWA, Skywatcher Nirvana

  • Meade UWA Serie 5000
  • Möglicherweise baugleich zu Teleskopwerkstatt UWA, Celestron Axiom LX, Explore Scientfic 82° (2 Gehäusvarianten)

     

Filter

  • Astronomic OIII
  • Astronomik liefert auch die ICS OIII.

  • Orbinar OIII / Castell OIII
  • Die Filterkurven enthüllen, dass offensichtlich derselbe Hersteller für beide Labels der Lieferant ist.

Sonstiges Zubehör

  • Dielektrische Zenitspiegel
  • Was sich aus einem modularen Design so alles bauen lässt: William Optics Carbon, TS-Hausmarke,